Wie Vertical Farming die Landwirtschaft revolutionieren will

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Foto von Jatuphon Buraphon auf Pexels

Prognosen zufolge werden 2050 über neun Milliarden Menschen auf der Welt leben – rund 68 % im urbanen Raum. Da hier nicht nur Wohnraum knapp wird, sondern auch die Versorgung mit Lebensmitteln gewährleistet werden muss, beschäftigt Experten bereits seit Jahren. Vertical Farming und innovative Start-ups könnten hier der Schlüssel zum Erfolg sein.

Das Konzept Vertical Farming

Lebensmittel im großen Stil auf kleinem Raum in der Stadt anbauen – das ist die Idee beim Vertical Farming. Im Gegensatz zur klassischen Landwirtschaft wird hier wie bei Wolkenkratzern in die Höhe gedacht. In mehrstöckigen Gewächshäusern würden so auf kleiner Fläche Lebensmittel angebaut werden können. Dabei versorgen sich die vertikalen Farmen dank eines Kreislaufsystems meist komplett selbst. Licht, Wasserzufuhr und Nährstoffzugabe – all das wird gesteuert, sodass ganzjährig geerntet werden kann. Dass das auch auf größten Raum funktioniert, haben in den letzten Jahren Unternehmen wie AeroFarms aus den USA gezeigt. Automatisierte Prozesse, geringe Nutzung von Pestiziden und kurze Transportwege entlasten die Umwelt und Landwirtschaft und erhöhen den Ertrag.

Allerdings hat Vertical Farming auch Nachteile:

  • Das natürlich Mikrobiom der Pflanzen sowie die Bestäubung gehen verloren. Den Pflanzen müssen daher zusätzlich Nährstoffe hinzugefügt werden und die Bestäubung muss manuell erfolgen.
  • Ein Ausfall der Technik kann hohe Verluste nach sich ziehen.
  • Durch den permanenten Betrieb und die künstliche Beleuchtung verbraucht Vertical Farming enorm viel Energie.

Nichtsdestotrotz ist das Konzept in Zeiten der Urbanisierung vielversprechend und so ist es kein Wunder, dass Vertical Farming in Deutschland ambitionierte Verfechter hat.

Vertical Urban Farming in Deutschland

Das Berliner Start-up Infarm (Indoor Urban Farming GmbH) setzt sich bereits seit 2013 mit dem Vertical Farming von Kräutern auseinander. Mittlerweile stehen deutschlandweit autarke, cloudbasierte Pflanzkästen in Supermärkten, die regelmäßig von Infarm-Mitarbeiter:innen geerntet werden. Die Kräuter werden lokal direkt im Laden gezüchtet, geerntet und anschließend verkauft. Damit die Kräuter nach der Ernte lange frisch bleiben, werden sie übrigens komplett mit Wurzel geerntet. Die gläsernen Farmen versorgen sich komplett mit Licht, Wasser und Nährstoffen selbst. Infarm-Pflanzkästen gibt es mittlerweile auch in Großbritannien, Frankreich, Japan, den USA und Kanada.

Eine Spur größer denkt Organic Garden. Das Ingolstädter Unternehmen will bereits bis Ende 2023 zwei Hightech-Biofarmen in der Nähe von Ingolstadt und München eröffnen, die sich komplett und nachhaltig selbst versorgen können. Möglich wird dies durch ein Kreislaufkonzept, das die Bereiche Boden, Energie und Lebensmittel innovativ miteinander verknüpft. So könnte in den Organic Garden Farms Energie durch Biomasse erzeugt werden, während gleichzeitig Boden verbessert, Fische gezüchtet und Bioprodukte wie Gemüse oder Pilze klimaneutral angebaut werden.

Die Zukunft der Ernährung auf der Global Food Summit 2021

Damit innovative Ideen, die die Lebensmitelbereitstellung revolutionieren, nicht nur Ideen bleiben, gibt es Messen wie den Global Food Summit. Dieser steht 2021 unter dem Motto: “Foodtropolis. Urban. Circular. Food. The Global Food Challenge”. Vom 28.04.-29.04. geht es mit Partner:innen wie dem World Food Programme (WFP) und dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) unter anderem um Lebensmittelinnovationen und Bioökonomie. internationale Start-ups wie Solar Food stellen wiederum die Zukunft der Lebensmittelerzeugung vor, die mit Bakterien, CO2 und Energie Proteine herstellen können.

Übrigens:

Vertical Farming soll natürlich auch die nachhaltige Lebensmittelversorgung der Zukunft sichern. Mit der Kochbox ohne Abo von foodable® kannst du aber schon jetzt deinen Teil dazu beitragen, nachhaltiger zu konsumieren und Food Waste verringern.

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